Gas-Etagenheizungen sind seit Jahrzehnten eine beliebte Heizlösung, besonders in älteren Wohngebäuden und Mehrfamilienhäusern. Sie bieten individuelle Steuerungsmöglichkeiten für jede Wohneinheit und ermöglichen es den Bewohnern, unabhängig voneinander ihre Heizungs- und Warmwasserbedarfe zu decken. Doch im Zuge der Energiewende und verschärfter Klimaziele rückt die Gasheizung zunehmend in den Fokus von Regulierungen. Insbesondere das neue Gebäudeenergiegesetz (GEG) plant ein schrittweises Verbot von Gasheizungen, was viele Besitzer von Gas-Etagenheizungen vor große Herausforderungen stellt.

In diesem Artikel wollen wir zunächst einen Überblick darüber geben, was Gas-Etagenheizungen auszeichnet, bevor wir uns mit den Konsequenzen des geplanten Verbots beschäftigen. Zudem beleuchten wir die Schwierigkeiten beim Umstieg auf Heizsysteme, die erneuerbare Energien nutzen, und untersuchen mögliche Alternativen wie Split-Klimaanlagen und dezentrale Wärmepumpen, die als zukunftsfähige Ersatzsysteme diskutiert werden.

Was sind Gas-Etagenheizungen?

Eine Gas-Etagenheizung ist ein Heizsystem, das in einer einzelnen Wohnung installiert ist und nur diese beheizt. Anders als Zentralheizungen, die ein gesamtes Gebäude mit Wärme und Warmwasser versorgen, ist jede Wohnung mit einer eigenen Gastherme ausgestattet, die sowohl die Heizung als auch die Warmwasserbereitung übernimmt. Diese Lösung ist vor allem in älteren Mehrfamilienhäusern weit verbreitet, in denen keine zentrale Heizungsanlage vorhanden ist oder diese nicht nachgerüstet wurde. Gas-Etagenheizungen bieten den Vorteil, dass die Heizkosten individuell pro Wohneinheit abgerechnet werden können, und der Bewohner unabhängig von anderen Mietern oder Eigentümern entscheidet, wann und wie stark geheizt wird.

Gas-Etagenheizungen nutzen Erdgas als Brennstoff, der in der Therme verbrannt wird, um Heizwasser zu erwärmen. Über ein Rohrsystem wird das erhitzte Wasser dann zu den Heizkörpern in den verschiedenen Räumen der Wohnung geleitet. Gleichzeitig wird das heiße Wasser auch für den Haushalt bereitgestellt, zum Beispiel zum Duschen oder Abwaschen. Diese Unabhängigkeit der Heizungssteuerung, kombiniert mit der relativ einfachen Installation, hat Gas-Etagenheizungen besonders in den 1970er und 1980er Jahren zu einem beliebten Heizsystem gemacht.

Doch genau diese Abhängigkeit von fossilem Erdgas und die damit verbundenen CO₂-Emissionen machen Gas-Etagenheizungen zu einem klimapolitischen Problem. Während sie in der Vergangenheit als modern und effizient galten, passen sie nicht mehr zu den heutigen Klimazielen, die eine drastische Reduktion der Treibhausgasemissionen und eine Umstellung auf erneuerbare Energien fordern.

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) und das zukünftige Verbot von Gasheizungen

Die deutsche Bundesregierung hat sich im Rahmen des Klimaschutzgesetzes ambitionierte Ziele gesetzt, um die CO₂-Emissionen in den kommenden Jahren drastisch zu senken. Ein zentrales Element dieser Bemühungen ist die Reduktion des Energieverbrauchs im Gebäudesektor, der in Deutschland etwa 30 % der Gesamtemissionen ausmacht. Um diese Ziele zu erreichen, wurde das Gebäudeenergiegesetz (GEG) verabschiedet, das schrittweise strengere Anforderungen an die Heiztechnik in Wohngebäuden stellt.

Das GEG sieht vor, dass ab 2024 keine neuen Gasheizungen mehr installiert werden dürfen. Für bestehende Gasheizungen, insbesondere Gas-Etagenheizungen, gilt eine Übergangsfrist, aber auch hier müssen Hausbesitzer mittelfristig auf alternative Heizsysteme umsteigen, die erneuerbare Energien nutzen. Konkret bedeutet dies, dass jeder Heizungswechsel oder jede wesentliche Modernisierung mit einer Umstellung auf klimafreundlichere Technologien einhergehen muss. Dies betrifft nicht nur Neubauten, sondern auch Bestandsgebäude.

Für Eigentümer von Gas-Etagenheizungen bedeutet das zukünftige Verbot eine erhebliche Herausforderung. Denn der Einbau eines neuen Heizsystems erfordert nicht nur finanzielle Mittel, sondern in vielen Fällen auch bauliche Veränderungen, die besonders in älteren Gebäuden schwer umsetzbar sind. Zudem stellt sich die Frage, welche Alternativen überhaupt infrage kommen, wenn Erdgas als Energieträger wegfällt.

Schwierigkeiten beim Ersatz von Gas-Etagenheizungen durch regenerative Energiequellen

Die Umstellung von Gasheizungen auf Systeme, die erneuerbare Energien nutzen, ist technisch und logistisch anspruchsvoll, vor allem in Bestandsgebäuden, die nicht auf moderne Heiztechnik ausgelegt sind. Es gibt eine Reihe von Hindernissen, die den Wechsel von Gas-Etagenheizungen zu regenerativen Heizsystemen erschweren.

Ein wesentliches Problem ist der bauliche Zustand vieler Gebäude, die mit Gas-Etagenheizungen ausgestattet sind. Diese Gebäude, häufig Mehrfamilienhäuser aus der Nachkriegszeit, sind in der Regel weder besonders gut gedämmt noch verfügen sie über die technischen Voraussetzungen, um ein modernes, zentralisiertes Heizsystem zu installieren. Der Einbau von Wärmepumpen oder Solarthermieanlagen, die erneuerbare Energien nutzen, erfordert oft umfassende Sanierungsmaßnahmen an der Gebäudehülle, um die Energieeffizienz zu verbessern. Ohne eine solche Sanierung arbeiten viele dieser Heizsysteme nicht effizient, was die Heizkosten deutlich erhöhen kann.

Ein weiteres Problem ist der Platzbedarf und die Infrastruktur. Gas-Etagenheizungen benötigen relativ wenig Platz und können direkt in der Wohnung installiert werden. Erneuerbare Heizsysteme wie zentrale Wärmepumpen oder Biomasseheizungen hingegen benötigen oft zusätzliche Technikräume, Lagerräume für Brennstoffe oder aufwendige Leitungen, um die Wärme im Gebäude zu verteilen. In Mehrfamilienhäusern ist es oft schwierig, diesen Platz zu finden, besonders wenn jede Wohneinheit über ein eigenes Heizsystem verfügt.

Hinzu kommen die finanziellen Belastungen. Der Austausch einer Gas-Etagenheizung gegen ein alternatives System kann hohe Investitionen erfordern, insbesondere wenn bauliche Anpassungen notwendig sind. Zwar gibt es staatliche Förderprogramme, die den Einbau klimafreundlicher Heizsysteme unterstützen, doch decken diese oft nur einen Teil der Kosten ab. Viele Eigentümer, insbesondere in älteren Wohnanlagen, scheuen sich daher vor dem Umstieg.

Ein letzter Punkt ist die Frage der Akzeptanz. Gasheizungen sind in Deutschland weit verbreitet und haben sich als zuverlässige und vergleichsweise kostengünstige Heizlösung etabliert. Viele Hausbesitzer und Mieter sind mit der Technik vertraut und stehen alternativen Heizsystemen, die möglicherweise höhere Betriebskosten oder eine kompliziertere Handhabung mit sich bringen, skeptisch gegenüber.

Angesichts dieser Herausforderungen stellt sich die Frage, welche Alternativen zur Gas-Etagenheizung sinnvoll und zukunftsfähig sind. Eine Option, die zunehmend in den Fokus rückt, sind Split-Klimaanlagen und dezentrale Wärmepumpen, die als praktikable und effiziente Ersatzsysteme für die individuelle Beheizung von Wohnungen diskutiert werden.

Split-Klimaanlagen und dezentrale Wärmepumpen als zukunftsfähiges Ersatzkonzept

Split-Klimaanlagen und dezentrale Wärmepumpen bieten eine interessante Alternative zu Gas-Etagenheizungen, insbesondere für Bestandsgebäude, in denen der Einbau einer zentralen Heizungsanlage nicht ohne weiteres möglich ist. Beide Systeme basieren auf der Nutzung von Umweltwärme und arbeiten mit einem Wärmetauschverfahren, das die Energieeffizienz steigern kann. Sie bieten eine dezentrale Lösung, die es ermöglicht, einzelne Wohnungen unabhängig voneinander zu beheizen und zu kühlen, was besonders in Mehrfamilienhäusern von Vorteil ist.

Funktionsweise von Split-Klimaanlagen

Split-Klimaanlagen sind den meisten Menschen als Kühlsysteme bekannt, doch moderne Geräte können auch zum Heizen verwendet werden. Sie bestehen aus zwei Teilen: einer Außeneinheit, die die Umgebungsluft ansaugt und die Wärme entzieht, sowie einer oder mehreren Inneneinheiten, die die gewonnene Wärme in den Raum abgeben. Das Herzstück der Split-Klimaanlage ist der Kompressor, der die Wärmeenergie aus der Außenluft aufnimmt und sie mittels eines Kältemittels in die Wohnung transportiert.

Die Funktionsweise von Split-Klimaanlagen ähnelt der einer Wärmepumpe, die ebenfalls Umweltwärme nutzt. Der Vorteil der Split-Anlagen liegt in ihrer flexiblen Installation. Jede Wohneinheit kann mit einer eigenen Anlage ausgestattet werden, die unabhängig von den anderen Wohneinheiten arbeitet. Dies macht Split-Klimaanlagen zu einer idealen Lösung für Gebäude, in denen eine zentrale Heizungsanlage schwer zu realisieren ist.

Im Heizbetrieb entziehen Split-Klimaanlagen der Außenluft Wärme, selbst bei niedrigen Temperaturen. Diese Wärme wird dann an die Inneneinheiten weitergeleitet, die die Räume beheizen. Moderne Geräte sind in der Lage, auch bei Temperaturen um den Gefrierpunkt noch effizient zu arbeiten, wobei ihre Leistungsfähigkeit jedoch mit sinkenden Außentemperaturen abnimmt. Dennoch können sie in vielen Klimaregionen eine zuverlässige und effiziente Heizquelle darstellen.

Dezentrale Wärmepumpen: Eine flexible Lösung für einzelne Wohnungen

Dezentrale Wärmepumpen funktionieren nach einem ähnlichen Prinzip wie Split-Klimaanlagen, sind jedoch speziell auf die Beheizung von Räumen ausgelegt. Sie entziehen der Außenluft oder der Raumluft Wärme und geben diese an das Heizsystem ab. Wie bei Split-Klimaanlagen ist die Installation dezentral, das heißt, jede Wohnung kann mit einer eigenen Wärmepumpe ausgestattet werden. Dies bietet den Vorteil, dass keine umfangreichen baulichen Veränderungen im gesamten Gebäude notwendig sind.

Ein entscheidender Vorteil von dezentralen Wärmepumpen ist ihre hohe Effizienz. Sie nutzen die Umweltwärme, die kostenlos und unbegrenzt zur Verfügung steht, und benötigen nur eine geringe Menge elektrischer Energie, um die Wärme in die Wohnung zu transportieren. In Verbindung mit Ökostrom kann der Betrieb einer Wärmepumpe nahezu klimaneutral gestaltet werden, was sie zu einer zukunftsfähigen Alternative zur Gas-Etagenheizung macht.

Dezentrale Wärmepumpen sind besonders in Gebäuden sinnvoll, die über eine gute Dämmung verfügen, da sie bei niedrigeren Vorlauftemperaturen arbeiten als konventionelle Heizsysteme. In schlecht gedämmten Gebäuden müssen Wärmepumpen oft auf hohen Leistungen betrieben werden, um die Räume ausreichend zu beheizen, was die Effizienz deutlich reduziert. Deshalb ist es wichtig, im Vorfeld eine energetische Sanierung des Gebäudes zu prüfen, um die Voraussetzungen für den effizienten Betrieb einer Wärmepumpe zu schaffen.

Herausforderungen und Potenzial von Split-Klimaanlagen und dezentralen Wärmepumpen

Trotz der Vorteile, die Split-Klimaanlagen und dezentrale Wärmepumpen bieten, gibt es auch hier Herausforderungen, die bedacht werden müssen. Eine zentrale Frage ist die Effizienz der Systeme bei niedrigen Außentemperaturen. Während Wärmepumpen bei moderaten Klimabedingungen sehr effizient arbeiten, nimmt ihre Leistung bei extremen Temperaturen ab. Besonders in kälteren Regionen müssen daher zusätzliche Heizquellen in Betracht gezogen werden, um auch in den Wintermonaten eine ausreichende Wärmeversorgung sicherzustellen.

Zudem benötigen sowohl Split-Klimaanlagen als auch dezentrale Wärmepumpen elektrische Energie, um zu funktionieren. In Zeiten hoher Strompreise kann dies zu höheren Betriebskosten führen, insbesondere wenn kein Zugang zu günstigem Ökostrom besteht. Eine Lösung könnte hier die Kombination mit Photovoltaikanlagen sein, die den benötigten Strom direkt vor Ort erzeugen und so die Betriebskosten senken können.

Ein weiteres Problem ist der Platzbedarf der Außeneinheiten. Sowohl Split-Klimaanlagen als auch dezentrale Wärmepumpen benötigen eine Außeneinheit, die in der Nähe des Gebäudes installiert wird. Dies kann insbesondere in dicht bebauten Stadtgebieten oder in Mehrfamilienhäusern, wo nicht genügend Freiflächen zur Verfügung stehen, schwierig sein. Hier muss im Einzelfall geprüft werden, ob die Installation einer Außeneinheit möglich ist oder ob Alternativen wie Erd- oder Wasserwärmepumpen infrage kommen.

Dennoch bieten Split-Klimaanlagen und dezentrale Wärmepumpen ein großes Potenzial als Ersatz für Gas-Etagenheizungen. Sie ermöglichen eine flexible und individuelle Heizlösung, die in vielen Fällen ohne umfangreiche bauliche Veränderungen installiert werden kann. In Verbindung mit erneuerbarem Strom bieten sie eine klimafreundliche Alternative zur fossilen Gasheizung und tragen zur Reduktion der CO₂-Emissionen im Gebäudesektor bei.

Fazit

Die Zukunft von Gas-Etagenheizungen steht angesichts des neuen Gebäudeenergiegesetzes (GEG) und der Klimaziele auf dem Prüfstand. Während diese Heizsysteme in der Vergangenheit als effizient und zuverlässig galten, passen sie nicht mehr zu den Anforderungen einer CO₂-neutralen Zukunft. Der geplante Ausstieg aus der Nutzung fossiler Brennstoffe stellt Besitzer von Gas-Etagenheizungen vor große Herausforderungen, insbesondere in älteren Gebäuden, wo der Wechsel zu regenerativen Heizsystemen oft mit hohen Kosten und baulichen Anpassungen verbunden ist.

Trotz der Schwierigkeiten gibt es zukunftsfähige Alternativen, die eine flexible und klimafreundliche Beheizung ermöglichen. Split-Klimaanlagen und dezentrale Wärmepumpen bieten eine praktikable Lösung für Wohnungen und Gebäude, in denen der Einbau einer zentralen Heizungsanlage nicht ohne weiteres möglich ist. Sie nutzen die Umweltwärme und können in Verbindung mit Ökostrom oder Photovoltaikanlagen eine klimaneutrale Beheizung gewährleisten.

Insgesamt wird der Erfolg dieser Alternativen jedoch davon abhängen, wie gut sie an die jeweiligen Gebäude und Klimabedingungen angepasst werden können. Gerade in älteren und schlecht gedämmten Gebäuden wird eine energetische Sanierung oft unumgänglich sein, um die Effizienz der neuen Heizsysteme zu maximieren. Die kommenden Jahre werden zeigen, wie sich der Markt für alternative Heizsysteme entwickelt und welche Rolle Split-Klimaanlagen und dezentrale Wärmepumpen bei der Modernisierung des Gebäudebestands spielen werden.

Kategorien: Heizung

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